Wasser ist nicht gleich Wasser

Jede Pflanze braucht Wasser. Normales Leitungswasser sollte man auf jeden Fall zunächst auf Zimmertemperatur erwärmen lassen, denn die meisten Kübel- und Zimmerpflanzen stammen aus wohltemperierten Regionen und mögen keinen Kälteschock im Wurzelbereich.
 
 
 
Die meisten Pflanzen bevorzugen neutrales oder leicht saures Wasser (pH-Wert 5,5 bis 6,5). Auf Grund der sogenannten Huminsäuren in den meisten Pflanzenerde ist normalerweise ein leicht saures Milieu im Wurzelbereich gegeben. Wer weiches Leitungswasser verwendet, wird dieses Milieu beim Gießen deshalb auch kaum verändern. Normales bis hartes Leitungswasser ist aber auf Grund verschiedener gelöster Salze leicht alkalisch. Hier empfiehlt es sich in jedem Fall, auf Regenwasser umzusteigen. Auch abgestandenes Mineralwasser ist als Blumenwasser für Pflanzen durchaus noch zu verwenden. Es enthält in geringen Mengen Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Spurenelemente wie Eisen, welche den Pflanzen gut tun. Ein weiterer Trick: Füllen Sie einfach etwas Rhododendronerde in einen Nylonstrumpf und hängen diesen übernacht in Gießwasser!

Übrigens: Der leicht saure pH-Wert des Wassers ist besonders wichtig, um die Aufnahme von Eisen und anderen Nährstoffen zu begünstigen. Ein Eisenmangel macht sich als so genannte Chlorose bemerkbar. Die Pflanze kann in diesem Fall nicht genug Chlorophyll bilden und weist gelbe oder blassgrüne Blätter auf. Besonders bei Zitrusgewächsen tritt dieser Mangel häufig auf. Man sollte deshalb nicht direkt Eisendünger einsetzen, sondern zunächst den pH-Wert des Pflanzsubstrates und des Wassers überprüfen. Einfach anzuwendende Messstäbchen gibt es in der Drogerie oder Apotheke.

Übrigens, Kalkrückstände und Bakterienbeläge in Blumengefäßen lassen sich hervorragend mit Gebissreinigungstabletten oder Essig entfernen. Die Reinigung dieser Gefäße ist wichtig, da hierdurch die Haltbarkeit von Schnittblumen deutlich verlängert wird.